Osterreiten in der Gemeinde Radibor
Eigentlich war es schon immer so, seit Jahrhunderten ist es Tradition, dass in der Gegend zwischen Bautzen und Hoyerswerda und damit natürlich auch in Radibor die Osterreiter am Ostersonntag in Prozessionen die Botschaft von der Auferstehung Christi in die Nachbargemeinde tragen. Die Reiter singen in festlicher Kleidung auf dem Pferd Lieder. Außerhalb der Ortschaften beten sie den Rosenkranz oder eine Litanei. In ihrer Prozession führen die Osterreiter das Kreuz, Kirchenfahnen und die Statue des Auferstandenen Christus mit. Die Pferde sind mit Ostergeschirr und buntbestickten Schleifen prächtig geschmückt. Wer zum ersten Mal am Osterreiten teilnimmt, trägt ein Myrtenkränzchen. Zum jeweiligen Jubiläum darf sich der Reiter dann mit einer silbernen »25« bzw. goldenen »50« schmücken. In der katholischen Oberlausitz gibt es neun Osterprozessionen, in denen überwiegend Sorben mitreiten. Dass sowohl Sorben wie Deutsche, Christen katholischen wie evangelischen Glaubens gemeinsam die österliche Botschaft verkünden, ist traditionelle Selbstverständlichkeit, aber auch ein hoffnungsvolles Zeichen für dieses Land.